SPASS & ERFOLG IM TUN ALS TEAM
"Wer etwas verändern möchte findet Wege,
wer nichts verändern möchte findet Gründe!" Gerne helfe ich Ihnen dabei, Ihren Weg als Mensch-Hund-TEAM zu finden.

Territorialverhalten und territoriale Aggression

Territoriale Aggression basiert auf dem angeborenen Instinkt ein Revier in Besitz zu nehmen und gegen Eindringlinge zu verteidigen. Diese Form der Aggressivität wird stark von den jeweiligen Erfahrungen geprägt, denn im eigenen Revier fühlen sich die Hunde viel sicherer als anderswo. Sie treten hier mutiger auf und verteidigen bspw. den Zugang zum Grundstück oder Grundstücksgrenzen vehement gegen Artgenossen oder Menschen.

Ein Bellen am Gartentor, -zaun oder wenn es läutet, respektloses Anspringen von Personen, Bedrängen, Weg abschneiden, ernsthaftes Drohverhalten, anstupsen, schnappen, noch gehemmtes Beißen, Zwacken in Füsse und Waden, Verfolgen von Besuchern, wie auch deren Bewegungseinschränkung im Haus oder Grundstück, gehören zu häufigen störenden Verhaltensweisen von Hunden aus "Sicht des Zweibeiners". Verhaltensweisen, wie aufgeführten, sind für den Besitzer wie auch Besucher nicht nur peinlich und lästig, sondern können u.a. zu sehr ernsthaften und kritischen Situationen führen. Gerade beim Betreten des Grundstückes, oder Eintreten des Besuches ins Haus erweisen sich so manche Hunde regelrecht "resistent" in Bezug auf die Einwirkungsversuche seitens der Besitzer.

"Territoriale Aggression", also der Versuch, einen (aus hundlicher Sicht) Eindringling mit Drohen oder Angriff zu vertreiben gehört zum normalen Verhaltensrepertoire von Hunden. Hier steht die Verhaltensbiologie mit den Interessen des Menschen in Konflikt. Ein Verhalten von Hunden (bspw. Aggressives Territorial- verhalten) ist nur dann veränderbar, wenn wir verstehen, was es ist.

Heftiges Bellen und beeindruckendes Zähnefletschen hinter einem Gartenzaun wirken eindrucksvoll und erschreckend auf den Menschen, der da vorüber geht. Passanten, die der Hund als mögliche Eindringliche beachtet, gehen vorüber und verschaffen dem Hund so unbeabsichtigt sein Erfolgserlebnis. Denn sie gelten als erfolgreich vertrieben. Der Hund lernt, dass sein aggressives Verhalten den Eindringling vertrieben hat, er hat diesen am Betreten seines Revieres gehindert und er wird dieses Verhalten wiederholen. Dieses territoriale Verhalten wird sich festigen! Es ist ein "Lernen am Erfolg".

Das Territorium unserer Haushunde

Es ist definiert durch ein Gebiet, das von seinen Bewohnern begangen ("patrouilliert"), markiert (mit Harn-, Kot- oder Kratzmarkierungen, Bellen oder Heulen) und gegen Eindringlinge verteidigt wird. Innerhalb des Territoriums können sich Bereiche befinden, die intensiver verteidigt werden (bspw. Küche -> Futter). Größere Territorien werden weniger intensiv verteidigt.

In Bildern: Sarplaninac-Rüde "Bak" (Herdenschutzhund)

Wer sich für Herdenschutzhunde interessiert, die Voraussetzungen (großräumige Grundstücks- flächen, Sachverstand...) besitzt und sich ausführlich beraten lassen möchte, findet mehr unter:

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Was gehört zum Territorium unserer Haushunde?
Die Wohnung, das Haus, der Garten, der Nachbarsgarten, ganze Straßenzüge, die Gassi-Strecke, das Trainingsgelände am Hundeverein, das Auto? Sicherlich. Werden Hunde regelmäßig und immer wieder (vielleicht sogar täglich) dieselbe Strecke spazieren geführt, dann kann auch diese Umgebung zum Territorium werden.

Wie lange dauert es, bis ein Gebiet als Territorium verteidigt wird?
Manche Hunde brauchen nur ein paar Minuten, um ein Gebiet zu erkunden und markieren, dann verteidigen sie es gegen Fremde. Hunde mit sehr ausgeprägter territorialer Veranlagung und Lernerfahrungen mit Territorialverhalten können einen hereinkommenden Menschen angreifen, nachdem sie wenige Minuten in einem fremden Raum verweilen.

Merkmale territorialer Verhaltensweisen
Nach der Pubertät beginnen viele Hunde, Urin mit erhobener Hintergliedmaße abzusetzen. Bevor sie jedoch beginnen, ihr Territorium aggressiv zu verteidigen, müssen viele Hunde erst erwachsen werden. So sind bspw. Herdenschutzhunde sogenannte "Spätentwickler" und entfalten ihre volle Persönlichkeitsstruktur erst mit ca. 4-5 Jahren.

Zu den territorialen Verhaltensweisen gehören: Herumwandern und Erkunden des Territoriums, Markieren durch Harn, Kot und Kratzen, Akustische Markierung durch Bellen, Liegen auf Aussichtsplätzen und Beobachten der Grenzen, Wuffen bei Wahrnehmung eines Eindringlings.

Territoriale Aggression
Hunde mit "starker territorialer Motivation" (-> bei starker Veranlagung genetisch bedingt bspw. Herdenschutzhunde oder bei umfangreicher Erfahrung mit territorialem Verhalten) zeigen diese Verhaltensweisen häufiger. Um die Frage "Ist das Aggressionsverhalten, das dieser Hund zeigt, territorial?" zu beantworten, sollte auf das nicht-aggressive territoriale Verhalten geachtet werden. Tritt es gehäuft auf, spricht dies für eine entsprechende Tendenz beim Hund.

Hunde mit "ernsthaftem Territorialverhalten" erfordern ein verantwortungsbewusstes, konsequentes und kontrolliertes Handling durch den Hundebesitzer. Die Priorisierung hinsichtlich "Ritualisierter Abläufe" gestaltet sich (je nach persönlicher Lebensform und Hundetyp) unterschiedlich. Auch hier bildet die Basis für eine Verhaltensänderung die "Gegenkonditionierung" (= gegenläufige Konditionierung -> es wird eine neue Reaktion beim Hund ausgelöst, die entgegen dem vorherigen "unerwünschten Verhalten" verläuft), eine "Ritualisierung" (bspw. bei Besuch), sowie eine Integration von Verhaltensregeln für den Hund im Alltag.

Hunde mit ernsthaftem Territorialverhalten erfordern eine konsequente Führung durch den Besitzer, der seinem Hund deutlich aufzeigt, wer die Abläufe koordiniert und kontrolliert, wenn Fremdpersonen das Grundstück betreten! Nämlich sein Mensch. Ist dies (noch) nicht der Fall, kann er zur ernsthaften Gefahr für Besucher werden. "Ernsthaftes Territorialverhalten" sollte niemals unterschätzt werden und die Sicherheit von Besuchern sollte immer an 1. Stelle stehen (ggf. durch Absicherung eines Maulkorbes und entsprechendes Training).